Sonntag, 13. Januar 2013

Gentechnik-Kurznachrichten

Der deutsche Saatguthersteller KWS Saat AG will in Spanien mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben und Mais experimentieren. Noch in diesem Frühjahr sollen die Gentechnik-Pflanzen in der Region Castilla y Léon auf insgesamt 9.000 Quadratmetern freigesetzt werden. Das geht aus Anträgen des Unternehmens hervor, die im Gentechnik-Register der EU veröffentlicht wurden. Die Genehmigung durch die spanischen Behörden steht noch aus. Neben den Zuckerrüben plant KWS auch, den vom US-Konzern Monsanto entwickelten Gentech-Mais NK 603 aufs Feld zu bringen.
Sowohl die Zuckerrüben als auch der NK 603-Mais sind derart gentechnisch verändert, dass sie den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat, welches von Monsanto unter dem Markennamen „Roundup“ vertrieben wird, verkraften.
In den USA ist der Verbrauch von chemischen Pestiziden seit dem Anbau der ersten gentechnisch veränderten Pflanzen Mitte der 1990er Jahre um sieben Prozent angestiegen. Nichtsdestotrotz beruft sich KWS im Freisetzungsantrag auf die angeblichen Vorzüge von Glyphosat: So könne die neue Zuckerrübe „die derzeitigen agronomische Praxis positiv beeinflussen, den Energieverbrauch und die Bodenerosion reduzieren.“
Nach eigenen Angaben erwirtschaftete KWS Saat im letzten Jahr ein Drittel seines Umsatzes von 986 Millionen Euro mit Zuckerrüben. Dies basiere besonders auf dem „starken Nordamerikageschäft und dem hohen Absatz der dort überwiegend ausgesäten gentechnisch verbesserten Zuckerrübensorten." Mit den Freisetzungen in Spanien will das deutschen Unternehmen offenbar auch den Sprung auf den europäischen Markt schaffen. Ein Antrag auf eine Anbaugenehmigung in der EU läuft.
Spanien ist eines der wenigen EU-Länder, in dem Gentechnik-Pflanzen in nennenswertem Umfang wachsen.

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