Mittwoch, 14. August 2013

Gentechnik-Kurznachrichten

Der mehrfach gentechnisch veränderte „Smartstax“-Mais des Agrarkonzerns Monsanto darf wohl ab diesem Herbst in die EU eingeführt und als Futter- und Lebensmittel genutzt werden. „Die Entscheidung liegt bei der EU-Kommission und diese wird dem Import im September oder Oktober zustimmen“, sagte ein Sprecher von Gesundheits- und Verbraucherkommissar Tonio Borg der ZEIT. Bei der letzten Abstimmung darüber hatten sich die Mitgliedsstaaten der Union nicht einigen können, Deutschland enthielt sich. Smartstax trägt verschiedene Fremdgene in sich - darunter ein synthetisch erzeugtes – und sondert daher zwei Gifte ab, um Insekten zu töten. Gleichzeitig ist der Mais resistent gegen sechs Unkrautvernichtungsmittel. Mit dieser Giftkombination wollen die Agraroligarchen Monsanto und Dow, die die Pflanze zusammen entwickelt haben, zunehmenden Resistenzen von Wildkräutern und Insekten Herr werden. Diese treten in den Mais- und Sojamonokulturen Nord- und Südamerikas immer häufiger auf. Dort werden die gentechnisch veränderten Pflanzen systematisch mit Herbiziden besprüht oder verströmen eigene Insektizide. Der Smartstax-Mais für europäische Futtertröge wird wohl vor allem aus Südamerika kommen. Über die Zulassung von Gentech-Pflanzen in der EU entscheiden zunächst die nationalen Regierungen. Diese konnten sich im Fall von Smartstax jedoch nicht einigen. Zwei Abstimmungen endeten im Patt. Damit fiel das letzte Wort der EU-Kommission zu. Diese gilt als gentechnikfreundlich. Das Verbraucherschutzministerium von Ilse Aigner (CSU) hatte sich bei den Abstimmungen enthalten. Der Koalitionspartner FDP befürwortete die Zulassung des Gentech-Maises.

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