Samstag, 7. September 2013

Gentechnik-Kurznachrichten

In Supermärkten von Rewe und Penny könnten künftig mehr gentechnikfreie Tierprodukte wie Milch, Käse und Eier zu finden sein. Die Rewe Group hat Leitlinien erstellt, wonach bei eigenen Marken keine gentechnisch veränderten Futtermittel eingesetzt werden dürfen. Allerdings nannte der Konzern keinen Zeitrahmen, in dem die Änderungen umgesetzt werden müssen. Rewe hält es vorerst nicht für möglich, ganz auf einheimische Futtermittel wie Raps oder Ackerbohnen zu setzen. Zwar unterstütze das Unternehmen auch die europäische Produktion, doch auf absehbare Zeit benötige man Soja aus Südamerika, um alle Nutztiere zu füttern. Dieses soll aber nicht von gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. „Um jedoch die negativen Begleiterscheinungen des Anbaus transgener Sojabohnen – insbesondere den Verlust von Biodiversität – zu reduzieren, definiert die REWE Group die Gentechnik-Freiheit von Soja als Anforderung“, heißt es auf der Website. Die Lieferanten für Rewes Eigenmarkenprodukte auf dem deutschen Markt müssten dann ihre Produktion umstellen und nur noch nicht-modifizierte Futtermittel verwenden. Damit komme das Unternehmen dem „dringenden Wunsch“ vieler Verbraucher nach gentechnikfreier Milch, Joghurt oder Eiern nach. Rewe teilte aber nicht mit, bis wann die Leitlinien auch tatsächlich umgesetzt werden sollen. Stattdessen spricht der Konzern von „ergänzenden, internen Richtlinien“, die für Produkte von Hühnern beispielsweise andere sein sollen als solche von Kühen. Bei Wiederkäuern sei die Umstellung leichter und schneller möglich als bei Tieren mit nur einem Magen, argumentiert Rewe. Es bleibt abzuwarten, wie tatkräftig die Ankündigungen umgesetzt werden. In Deutschland stammt der Großteil des Kraftfutters, das in Kuh-, Schweine- und Hühnerstellen im Trog landet, von gentechnisch veränderten Pflanzen – vor allem Soja und Mais aus Brasilien und Argentinien. Bei tierischen Produkten muss das nicht auf der Verpackung angegeben werden – anders als bei pflanzlichen Zutaten in Lebensmitteln. Bei Bio-Produkten dürfen hingegen keine Gentech-Futtermittel verwendet werden. Hinzu kommen mehr und mehr konventionelle Erzeugnisse, die das Siegel „Ohne Gentechnik“ tragen.

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