Montag, 10. Februar 2014

Gentechnik-Kurznachrichten

Dem nordamerikanische Monarchfalter geht es nicht gut. Einer neuen Studie zufolge kamen in den letzten 20 Jahren noch nie so wenige der Schmetterlinge aus den USA in ihr Winterquartier in Mexiko wie im letzten November. Einer der Gründe: wegen des Anbaus von gentechnisch verändertem Soja und Mais, der das systematische Besprühen der Felder mit Herbiziden ermöglicht, sterben die Futterpflanzen der Insekten ab. Im Raupenstadium ernährt sich der Monarchfalter hauptsächlich von der Gewöhnlichen Seidenpflanze (Asclepias syriaca). Doch durch den hohen Einsatz der Chemikalie Glyphosat, gegen die die meisten der in den USA angebauten Gentechnik-Pflanzen immun sind, schwindet die Seidenpflanze. Die Schmetterlingsraupen finden weniger Nahrung. Daneben machen den Insekten auch die illegale Abholzung in Mexiko, wo ihr Winterquartier liegt, sowie die höheren Temperaturen auf dem Weg zu schaffen. Für die Studie verglichen die Autoren von der Umweltschutzorganisation World Wide Fund Mexiko und dem Biosphärenreservat Mariposa Monarca Daten von 1993 bis heute. Hunderte Millionen Monarchfalter kommen jeden Winter aus den USA und Kanada nach Mexiko. Doch im letzten Dezember registrierten die Forscher nur sieben Kolonien des Schmetterlings in Mexiko auf 0,67 Hektar – im Vorjahr hatten sich die Falter noch auf 1,19 Hektar niedergelassen. Das bedeutet einen Rückgang um 43,7 Prozent. Insgesamt sei ein langfristiger Trend deutlich erkennbar. Der Insektenforscher Lincoln Brower vom US-amerikanischen Swee Briar College sagte der britischen Zeitung The Guardian, er sehe den Hauptgrund für den Rückgang des Monarchfalters in gentechnisch veränderten Pflanzen, die herbizidresistent gemacht wurden. Wo sie angebaut werden, könne die Seidenpflanze nicht wachsen – von der ernähren sich jedoch die Raupen des Falters. Auch Karen Oberhauser, Professorin an der Universität Minnesota, erklärte dem Guardian, der Lebensraum des Schmetterlings schwinde, weil im Mittleren Westen immer mehr herbizid-resistente Gentech-Pflanzen angebaut werden.

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