Dienstag, 26. August 2014

Bin ich froh, dass ich mir das nicht mehr antue....

Hiobsbotschaft für Hobbygrillmeister: Tester haben in abgepacktem, mariniertem Grillfleisch Antibiotika-resistente MRSA-Keime gefunden. 14 Prozent der Proben in mehreren deutschen Städten waren belastet. Die Keime können Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen.
Abgepacktes, mariniertes Grillfleisch ist einer Stichprobe im Auftrag der Grünen zufolge häufig mit Keimen belastet, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. 14 Prozent der in 13 Städten genommenen Proben seien positiv auf sogenannte MRSA-Keime, besser bekannt als Krankenhauskeime, getestet worden.
Das bestätigte die Grünen-Bundestagsfraktion am Sonntag laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Die Keime können nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen. Gegen einige Antibiotika sind die Keime resistent.
Untersucht wurde Grillfleisch aus allen gängigen Supermarktketten und Discountern, wie es aus Grünen-Fraktionskreisen hieß. Fündig seien die Tester in Kiel, Berlin und Münster geworden. Laut "Spiegel" wurden MRSA-Keime etwa bei Schweinenackensteaks in Pfeffermarinade oder marinierten Putenhacksteaks nachgewiesen.
Für das Auftauchen der Keime ist nach Ansicht der Grünen ein übermäßiger oder falscher Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung verantwortlich. "Die verschiedenen Keimresistenzen sind eine tickende Zeitbombe", erklärte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff. Die Bundesregierung habe bisher keine entscheidenden Maßnahmen ergriffen, um den Missbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung zu stoppen.

Ende Mai hatten die Grünen bereits in mehreren Wurstprodukten problematische Keime gefunden. In zehn von 63 Wurstproben seien ESBL-Keime nachgewiesen worden, die ebenfalls gegen gängige Antibiotika resistent sein können.
Rund 30.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland, weil sich mit einem antibiotikaresistenten Erreger infiziert haben. Diese sogenannten ESBL-Keime („Extended Spectrum Beta-Lactamasen“) entwickeln spezielle Enzyme, welche die Medikamente unwirksam machen. Viele der Erreger sind längst gegen mehrere der insgesamt sieben Antibiotika-Wirkstoffgruppen resistent, bei einigen Keimen wirkt kein einziges Präparat mehr. Sie finden sich nicht nur in Krankenhäusern, sondern aufgrund ihres Einsatzes in der Tiermast auch zunehmend in Nahrungsmitteln.
Um darauf hinzuweisen, hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine Stichproben-Analyse in Auftrag gegeben. In 13 Städten, unter anderem Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Hannover und Kiel, kauften die Tester verschiedene Fleisch- und Wurstprodukte. In Bäckereien, Supermärkten und Discountern erwarben sie dabei unter anderem Mett, Teewurst, Schinken oder Salami. Bei allen getesteten Waren handelte es sich um sogenannte Rohwurstsorten, die bei der Herstellung weder erhitzt noch gebrüht werden.
Ein zertifiziertes Labor testete anschließend 63 Proben dieser Wurst- und Schinkenprodukte auf ESBL - mit erschreckendem Ergebnis: Zehn der Produkte waren mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Der Verzehr dieser Waren wäre also gesundheitsschädlich gewesen.
Besonders häufig fanden die Tester ESBL-Keime in Mettprodukten wie Mettbrötchen oder Zwiebelmett: Sie beanstandeten acht von 36 untersuchten Produkten, das sind insgesamt 22 Prozent aller Proben. Damit hat sich die hygienische Qualität von Mett sogar verschlechtert, bei einem Test im Jahr 2012 hatten 16 Prozent die Bakterien aufgewiesen.
Die höchste Keimbelastung fanden die Labormitarbeiter bei den getesteten Produkten aus Putenfleisch: In sechs von neun Proben traten die gefürchteten Erreger auf. Die Grünen führen das auf die Beliebtheit dieser Fleischsorte zurück: Um die hohe Nachfrage zu decken, würden vor allem Tiere gezüchtet, die schnell wachsen und viel Fleisch ansetzen. Diese hockten dann in viel zu engen Ställen und litten aufgrund des Bewegungsmangels häufig unter Entzündungen der Sohlenhaut. Die wiederrum würden die Züchter mit Antibiotika bekämpfen.

(Quelle: focus.de)

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