Dienstag, 16. September 2014

2:0 für Bio

Ich musste mir schon einmal von jemanden anhören, dass z. B. ein Bio-Apfel auch nicht mehr Vitamine hat als ein konventioneller Apfel und ich doch deswegen auch diese kaufen könnte - Bio ist ja das gleiche in teuer -> also Geldverschwendung.
Da habe ich dann das Gegenargument gebracht, dass ich ja Bio nicht kaufe, weil ich denke, dass da mehr Vitamine drin sind, sondern weil ich weniger Schadstoffe (z. B. Pestizide) in meinem Essen haben möchte.
Hätte ich da mal schon von folgendem gewusst (gefunden in der "Schrot&Korn" 09/14) ;-)...

Eine neue Studie zeigt: Bio-Lebensmittel enthalten mehr Inhaltsstoffe, deren positive Wirkung auf die Gesundheit bekannt ist. Zugleich weisen sie weniger Schadstoffe auf. 
Viele Bio-Konsumenten sind schon lange davon überzeugt: Ökologisch angebautes Gemüse, Getreide und Obst ist gesünder, weil es mehr wünschenswerte Inhaltsstoffe aufweist. Doch wissenschaftlich konnte dies bisher so klar nicht belegt werden. Nun zeigt eine von der EU mitfinanzierte Meta-Studie der englischen Universität Newcastle, dass die Art, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden, einen großen Einfluss auf die Inhaltsstoffe hat.
Die wissenschaftliche Auswertung von 343 Studien belegt eindrücklich, dass biologisch erzeugte Nahrungsmittel einen signifikant höheren Anteil an Antioxidantien wie Phenolsäuren, Flavanone, Stilbene oder Anthocyane haben als konventionelle Kost. Nach der im renommierten British Journal of Nutrition publizierten Arbeit weisen Bio-Lebensmittel zwischen 18 und in der Spitze 69 Prozent mehr Antioxidantien auf – also Stoffe, die Pflanzen vermehrt bilden, wenn sie nicht mit Pestiziden behandelt werden und deshalb eine eigene Abwehr gegen negative Umwelteinflüsse aufbauen müssen. Die Pflanzen enthielten auch mehr Vitamine und Carotinoide.
Das ist nicht ohne Bedeutung für die Gesundheit: Ein Mehr an Antioxidantien, argumentieren die Forscher, sei von hohem gesundheitlichen Nutzen. Denn diese Stoffe können vor chronischen Beschwerden wie Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen schützen helfen. Gleichwohl bremst der Hauptautor Professor Carlo Leifert: Die Studie zeige nicht, dass Bio definitiv gesünder sei. Sie belege aber, dass es signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung der Nahrungsmittel gebe.
Die Forscher stellten auch fest, dass Bio deutlich weniger giftige Metalle wie Cadmium (minus 48 Prozent) sowie weniger Nitrat, Nitrit und Pestizidreste aufweist. Das spiegelt die Anbaumethodik des Bio-Landbaus wider, bei dem mineralischer Dünger verboten ist. 
„Nur ein Zusatznutzen“
Gesundheit, Klima, Tierschutz ... für Bio gibt es viele Gründe. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW weist darauf hin, dass „gesündere Produkte nur der Zusatznutzen von dem sind, weshalb wir uns für den Öko-Landbau engagieren“. In erster Linie gehe es den Erzeugern, Verarbeitern und Händlern von Bio-Produkten um die positiven Wirkungen der ökologischen Produktion auf Natur und Umwelt sowie um den respektvollen Umgang mit Nutztieren.

Kommentare:

  1. Seid einiger Zeit bekommt man immer zu hören, das man „Zusatz – Vitamine“ nehmen soll, weil unsere Nahrung nicht mehr so viel davon besitzt wie früher. Das haben mir schon Ärzte gesagt und auch Apotheker. Tja, aber warum das so ist konnte keiner erklären. Tja, ich nehme mal an, das Du hier einen Grund dafür gefunden hast. Wundern tut es mich nicht, das die ganzen Giftstoffe das Gute in unserer Nahrung zerstört.

    Ich habe auch schon oft gehört und auch gelesen, das es keinen Unterschied zwischen Bio und „Normalen“ Lebensmittel geben soll.

    Ich denke, geschmacklich ist Bio besser und von den Inhaltsstoffen auch.

    Liebe Grüße
    Naja

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    1. Ja, das finde ich auch sehr traurig, dass nicht nur die Tiere Vitamine bekommen, da im Fleisch nicht mehr soviel drin ist wie früher, sondern dass auch pflanzliche Lebensmittel betroffen sind, durch Pestizide, ausgelaugte Böden usw.

      Ich finde auch, geschmacklich gibt es bei Bio einen großen Unterschied, man muss natürlich erst mal den Geschmacksnerven die Zeit geben um wieder "besser zu funktionieren" (durch die ganzen Zusatzstoffe in vielen Lebensmitteln kann man ja gar nicht mehr richtig schmecken...) - dann merkt man den auch :-).
      Und dass es auch gesünder ist, wissen wir ja seit spätestens diesem Artikel :-).

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