Donnerstag, 5. März 2015

Erfolge für die Tiere

Erste Erfolge im Kampf gegen die Schlachtung trächtiger Rinder

>>Als Mitglied der „AG Rinderhaltung beim Runden Tisch Tierschutz in der Nutztierhaltung des Landes Schleswig-Holstein“  vertritt PROVIEH den Tierschutz und ist unmittelbar an der Ausgestaltung des Landeskodex Schleswig-Holstein beteiligt gewesen. Er wurde gemeinsam vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein und von Vertretern des Tierhandels, der Tierhaltung, der Veterinärverwaltung, der Schlachtbetriebe, des Tierschutzes, der Tierärztekammer und der Landwirtschaftskammer unterzeichnet.
Der Kodex beschließt den Verzicht der Schlachtung hochtragender Rinder. Bisweilen besteht nach dem derzeitigen Tierschutzgesetz kein Schutz ungeborener Kälber. In der Fachliteratur ist momentan noch nicht der genaue Zeitpunkt bestätigt worden, ab dem das Schmerzempfinden ungeborener Kälber ausgereift ist und somit der Tod durch Ersticken bewusst empfunden werden kann. Fakt ist jedoch, dass die jetzige Situation in Deutschland (PROVIEH berichtete bereits am 17.01.15) im Bereich Schlachtung von tragenden Rindern und der damit verbundene Erstickungstod ungeborener Kälber als tierschutzwidrig aufgefasst werden muss. Der Landeskodex untersagt dementsprechend die Schlachtung ab dem letzten Trächtigkeitsdrittel. Würde die Forschung einen früheren Zeitpunkt des Schmerzempfindens nachweisen, würde der Kodex dahingehend angepasst.
Des Weiteren soll in Zukunft bei weiblichen Rindern, die entweder zeitweise mit Bullen gehalten oder künstlich besamt wurden, die Trächtigkeitsuntersuchung  verbindlich vor dem Abtransport zur Schlachtung stattfinden. Ab dem letzten Trächtigkeitsdrittel soll die Geburt abgewartet werden.
Sollte sich bei einem Schlachtvorgang herausstellen, dass das Tier hochtragend war, wird neben dem Ursprungshof auch der dazugehörige Veterinär darüber informiert, dass gegen den Kodex verstoßen wurde. Bei Wiederholungstätern erfolgt eine Sanktionierung durch das Veterinäramt.
Abschließend wird auf die Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Umsetzung zum Thema Schlachtverbot tragender Rinder und Sanktionierungen bei Verstößen hingewiesen. Dadurch soll zukünftig verhindert werden, dass tragende Tiere in andere Bundesländer transportiert und geschlachtet werden, in denen der Kodex noch nicht beschlossen wurde.
PROVIEH-Aktion auf der „Wir haben es satt-Demo“
Bereits am 17. Januar forderte PROVIEH auf der „Wir haben es satt! -Demo in Berlin“ Respekt vor dem ungeborenen Leben und demonstrierte für eine Regelung, die die Schlachtung trächtiger Rinder beschränkt.
Eine Gruppe von rund 40 Aktiven und engagierten Mitarbeiterinnen machte als „Schwarzbunte“ verkleidet und mit Transparenten ausgerüstet auf diese bis vor kurzem noch vollkommen unterschätze Problematik aufmerksam.
Ausblick
PROVIEH setzt sich zukünftig für eine bundesweite Lösung ein. Der Kodex in Schleswig-Holstein stellt eine freiwillige Vereinbarung dar, die auch für die übrigen Bundesländer anzustreben ist. Das Endziel wäre ein gesetzlich festgelegter Umgang mit trächtigen Rindern und eine Verankerung des Schutzes ungeborener Kälber im Tierschutzgesetz.<<



Freiwillige Vereinbarung in Hessen zur Enthornung bei Kälbern unterzeichnet
>>Als Mitglied der "AG Enthornung im Fachausschuss Tierproduktion des Kuratoriums für das landwirtschaftliche und gartenbauliche Beratungswesen" war PROVIEH am 26.02.2015 neben Vertretern aus Landwirtschaft und Veterinärmedizin als Vertreter des Tierschutzes beteiligt und zur Unterschrift vor Ort.
Bei vielen Kälbern wird bereits in den ersten Lebenswochen die Hornanlage manuell verödet. Dieses manuelle Enthornen der Kälber ist mit Schmerzen für die Tiere verbunden. Im Tierschutzgesetz ist festgelegt, bei dieser Form der Enthornung alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern.
Durch die Unterzeichnung der Vereinbarung erklären die Unterzeichner unter anderem eine verstärkte Züchtung hornloser Rinder und eine Enthornung bei Kälbern nur noch zumindest mit gleichzeitiger Schmerzbehandlung und Sedierung.<<

(Quelle: provieh.de)

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