Montag, 24. April 2017

Pilzbaguettes

Zutaten für 2 Personen:
- 1 großes Baguette / 2 kleine
- 250 g Champignons
- 1 große Paprika
- 1 - 2 Zwiebeln
- 125 g Cashewkerne
- 3 EL Hefeflocken
- 2 EL Zitronensaft
- 1 EL Senf
- 1/2 - 1 TL Paprikapulver
- 1 TL Oregano
- 1 EL Petersilie
- Salz, Pfeffer

Die Cashewkerne mind. 30 min. einweichen lassen und dann das Wasser abgießen.

Das Gemüse und die Champignons klein schneiden, in einer Pfanne anbraten und danach in eine Schüssel geben.

Die eingeweichten Cashewkerne zusammen mit 150 ml Wasser, Hefeflocken, Zitronensaft, Senf, Paprikapulver, Oregano, Salz und Pfeffer zu einer Creme pürieren.
Zusammen mit Petersilie zum Gemüse in die Schüssel geben und gut vermischen, evtl. dann nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das / die Baguette(s) der Länge nach halbieren und mit der Pilz-Creme bestreichen.
Im vorgeheizten Ofen bei 200° Ober-/ Unterhitze ca. 10 - 13 min. backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist.

Guten Appetit!

Freitag, 21. April 2017

Vegan unterwegs

R.I.P. Mr. Burrito....


...willkommen Cocina! :-)


Die Besitzer von "Mr. Burrito" haben das Lokal unter einem neuen Namen, an einem neuen Standort und mit etwas erweitertem / geändertem Angebot Ende 2016 wiedereröffnet.

Wie auch schon davor kann man sich sein Essen mitnehmen oder direkt dort verzehren - neu dazu gekommen ist die Möglichkeit, sich das Essen über "Foodora" liefern zu lassen.



Auch hier gilt wieder: jeder kann sein Essen so zusammenstellen, wie er es möchte.

Ab 17 Uhr wird man am Tisch bedient, davor ist Selbstbedienung angesagt.



Im Gegensatz zu "Mr. Burrito" neu: 
die Burritos haben jetzt zusätzlich Nachos mit einem Dip nach Wahl dabei.



 Das Essen ist genauso wie früher bei "Mr. Burrito" sehr gut - soweit ich mich erinnern 
kann sogar noch leckerer :-)


Königstraße 2
90402 Nürnberg

Montag, 17. April 2017

Sauerkraut-Reis-Auflauf

Zutaten für 2 - 4 Personen:
- 200 g Reis
- 125 g Sojagranulat
- 650 g Sauerkraut
- 1 Zwiebel
- 1 - 2 EL Dill
- 1/2 TL Thymian
- Salz, Pfeffer






Den Reis nach Packungsanleitung kochen. Die Zwiebel würfeln.
Das Sauerkraut in eine Schüssel geben und mit dem Dill vermischen.

Das Sojagranulat in heißem Wasser ein paar Minuten einweichen lassen (evtl. mit Rauchsalz, geräuchertes Paprikapulver, Liquid smoke). Danach in ein großes Sieb geben und gut abtropfen lassen.
Abgetropftes Granulat in einer Pfanne scharf anbraten. Die Zwiebel dazu geben und mitbraten.
Den gekochten Reis untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In eine Ofenform die Hälfte des Sauerkrauts verteilen.
Die Reismischung darüber geben und mit dem übrigen Sauerkraut bedecken. Mit Thymian bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 175° Ober- / Unterhitze ca. 35 min. backen (abgedeckt).

Guten Appetit!


Freitag, 14. April 2017

Buchtipp

Heute möchte ich euch ein sehr sehr faszinierendes Buch vorstellen, 
das für meinen Veggie sowas wie ein "heiliges Buch" geworden ist ;-):

Und zwar "How not to die - Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen" von Dr. Michael Greger (und Gene Stone)



Dieses Buch ist interessant für alle, die offen dafür sind, die Symptome von verschiedenen Krankheiten anders als normalerweise üblich zu verbessern (normalerweise werden haufenweise Medikamente verschrieben) und sogar zu heilen. 
Es ist interessant für alle, die bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben möchten - und damit mehr von ihrer Rente haben (ohne die "typischen" Krankheiten / Wehwechen und ohne einen großen Teil der Rente für Medikamente / Hilfsmittel ausgeben zu müssen). 
Es ist interessant für alle, die ihre Ernährung ändern möchten, aber noch nicht genau wissen wie, oder noch einen "Schubs" in die richtige Richtung benötigen.
Und außerdem ist es interessant für alle Veganer, die noch mehr Argumente gegenüber Fleischessern (oder auch Vegetariern) benötigen ;-), mit noch mehr Motivation (jeder hat ja eine andere) an ihrer Ernährung festhalten oder wissen wollen, ob sie noch hier und da etwas verbessern können.

Der letzte Punkt trifft ziemlich auf uns zu, da wir seit Ende der Lektüre dieses Buches (bzw. auch schon währenddessen) hier und da unsere Ernährung etwas gesünder gestalten.

Würden wir uns nicht schon vegan (bzw. mein Veggie so gut wie) ernähren, dann würden wir spätestens jetzt darüber nachdenken.... Im Buch haben wir gelernt, dass es soooooooooo viele Krankheiten und grausame Todesursachen gibt, die mit einer pflanzenbasierten Ernährung vermeidbar wären.

Das Buch ist wirklich sehr spannend, faszinierend und mit viel Humor geschrieben.
Dr. Greger erhebt dabei aber nie den Finger, sondern zeigt auf, dass auch "kleine" Änderungen an der Ernährung schon viel bringen können (also z. B. nicht komplett auf tierische Produkte verzichten, sondern stark reduzieren) - er zeigt aber auch deutlich auf, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die gesündeste Variante ist, womit man bis ins hohe Alter fit bleiben kann.
Auch wenn das Buch die häufigsten Todesfälle in den USA behandelt, gelten die Fakten ebenso für uns Europäer / Deutsche (Deutschland liegt immerhin beim Ranking der "dicksten Länder" 
gleich hinter den USA).
Nicht nur die Ernährung wird dabei behandelt, sondern zwischendurch auch immer wieder das Thema Rauchen (...wusstest ihr, dass Raucher ihr Gehirn so zerstören, dass diese weniger Freude als Nichtraucher empfinden können?!??).


Das Buch ist in verschiedene Kapitel aufgeteilt:
Wie die häufigsten Krankheiten entstehen und wie man diese bessern oder sogar heilen kann, danach geht er nochmal ausführlicher auf verschiedene Lebensmittel und auch auf Bewegung ein. 
Außerdem gibt es noch einen kleinen Anhang zu Nahrungsergänzungsmitteln (bei diesem Anhang muss ich die einzige Kritik loswerden: informiert euch zu dem Thema bitte noch selbst, da wir damit nicht ganz einverstanden sind, z. B. sind wir aus Erfahrung sehr überzeugt von Methylcobalamin und auch das Thema Jod ist nicht zu unterschätzen, da Dr. Greger zwei Noriblätter täglich empfiehlt - bei den Noriblättern, die wir kaufen, steht dabei, man soll nicht mehr als 1 Blatt pro Woche essen!...)
Zum Schluss werden die ganzen Studien aufgelistet, aus denen Dr. Greger die Informationen gesammelt hat (so kann jeder diese auf Wunsch genauer nachlesen) - deshalb ist es auch ein sehr dickes Buch: 116 Seiten von ca. 500 sind dafür gewidmet.


Ihr werdet in dem Buch schnell merken, Beeren, Kreuzblütler (z. B. Brokkoli) und bestimmte Gewürze sind das gesündeste was man so essen kann (manchmal wiederholt es sich in dem Thema, was aber gar nicht schlimm ist) :-).



   

Dr. Greger hat die Seite "NutritionFacts" ins Leben gerufen, auf der ihr wahrscheinlich alles (oder vielleicht noch mehr), was im Buch steht, auch nochmal als Bericht und / oder Video nachschauen könnt. Die Seite ist komplett auf englisch.

Hier eine schöne Zusammenfassung, um was es im Buch geht, als animiertes Video (wer kein englisch kann, einfach deutsche Untertitel anschalten - rechts unten unter "Untertitel" und dann "Einstellungen").




Jedem, dem seine Gesundheit wichtig ist, sollte dieses Buch lesen, 
denn JEDER kann daraus sehr viel lernen, da bin ich mir sehr sicher!


Montag, 10. April 2017

Backofen-Gemüse mit Tofu (2. Variante)

Zutaten für 2 - 3 Personen:
- 1 großer Blumenkohl
- 10 Kartoffeln vorw. festkochend
- 200 g Räuchertofu
- 120 ml Wasser
- 2 EL Öl
- 1 TL Paprikapulver
- 1 EL Kräuter der Provence
- 1 TL Rosmarin
- Salz, Pfeffer, evtl. etwas Zwiebelpulver




Gemüse und Tofu würfeln / klein schneiden / in Röschen teilen.
Die restlichen Zutaten zu einer Marinade vermischen und damit das Gemüse + Tofu ein paar Minuten marinieren lassen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 200° Umluft ca. 20 - 25 min. garen (nach der Hälfte der Zeit alles einmal wenden).

Guten Appetit!

Freitag, 7. April 2017

Dünger heizt dem Klima ein

>>Zu viel Kunstdünger, Gülle und Kühe setzen auf unseren Feldern tonnenweise Lachgas und Methan frei. Beide heizen dem Klima erheblich ein. Das ließe sich ändern. 



Am Abend des 12. Dezember 2015 hat die Rettung der Welt begonnen. 196 Staaten stimmten in Paris dem Weltklimavertrag zu. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Erwärmung der Erde auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Sie einigten sich darauf, dass 1,5 Grad zu erstreben seien. Politiker, Wissenschaftler und Umweltschützer feierten das Abkommen als großen Erfolg. „Paris gibt der Welt Hoffnung“, kommentierte Greenpeace. „Das ist ein historischer Wendepunkt“, jubelte auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Schlüssel für die Klimarettung ist die Energiewende. Doch auch in der Landwirtschaft muss sich etwas tun: „Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele wird von der Landwirtschaft ein erheblicher Beitrag notwendig“, sagt Professor Harald Grethe, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats, der das Landwirtschaftsministerium berät und der im September 2016 ein Klimagutachten vorgelegt hat. Ohne Landwirtschaft ist das Weltklima nicht zu retten. Sie trägt einen erheblichen Teil dazu bei, dass die Fieberkurve unseres Planeten immer weiter ansteigt.

Weltweit sind rund ein Viertel aller Treibhausgase auf den Agrarsektor zurückzuführen. In stark agrarisch geprägten Ländern wie Brasilien und Neuseeland sind es sogar 35 bis 45 Prozent. In Deutschland verursacht die Landwirtschaft laut Klimaschutzplan der Bundesregierung acht Prozent der Gesamtemissionen. 72 Millionen Tonnen gehen hier jedes Jahr auf ihr Konto. Würde die offizielle Statistik auch Bereiche wie die Herstellung von Kunstdünger in Chemiefabriken und den Transport von Futtermitteln über die Weltmeere einbeziehen, wäre es noch etwas mehr. Die beiden Hauptquellen aus der Landwirtschaft aber sind erfasst: die Überdüngung der Böden mit Stickstoff aus Gülle und Kunstdünger sowie die großen Tierbestände.

Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Doch zu viel des Guten ist schlecht fürs Klima. Der Stickstoffüberschuss in Deutschland liegt laut Umweltbundesamt bei knapp 100 Kilogramm pro Hektar landwirtschaftliche Fläche. Im Nordwesten des Landes, wo die intensive Tierhaltung tonnenweise Gülle produziert und auf die Felder kippt, ist es zum Teil deutlich mehr. So viel, dass die Böden und Pflanzenwelt sie gar nicht mehr aufnehmen können. Die Folge: Es entsteht in großen Mengen Lachgas. Lachgas ist fast 300 Mal so schädlich fürs Klima wie Kohlendioxid. Außerdem versauern die Böden und Gewässer werden mit Nitrat belastet.

Wegen der Umweltgefahren fordern Naturschützer schon seit Längerem ein schärferes Düngerecht. Die Überschüsse an Stickstoff auf 70 Kilo pro Hektar zu reduzieren, wie es der ein Jahr nach Paris verabschiedete Klimaschutzplan der Bundesregierung vorsieht, reicht ihnen nicht. Vor allem vermissen sie in dem Plan konkrete Maßnahmen, wie die Überschüsse abgebaut werden sollen. Ideen gibt es genug, zum Beispiel die sogenannte Stickstoff-Abgabe. Dahinter steckt die Hoffnung, dass, wenn der Dünger teurer wird, die Bauern weniger davon kaufen und somit auch weniger ausbringen. Die mit Wissenschaftlern besetzten Beiräte für Agrar- und für Waldpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium geben in ihrem Klimaschutzgutachten auch einen Ratschlag, wie die Bauern ihre Böden dennoch fruchtbar und die Erträge hoch halten können. Sie raten ihnen zum Anbau von Luzernen, Rot- und Weißklee als Futter, denn diese können Stickstoff aus der Luft binden und im Boden fixieren. Für Bauern, die auf ökologischer Basis wirtschaften, allerdings nichts Neues.

Die Lachgas-Emissionen sind nur der eine große Posten in der Klimabilanz der deutschen Landwirtschaft. Der zweite ist das Methan. Dieses Gas befeuert den Klimawandel ebenfalls viel stärker als Kohlendioxid. Fast 40 Prozent aller Treibhausgase aus dem Agrarsektor sind Methan-Emissionen. Sie bilden sich größtenteils in den Mägen von Rindern und anderen Wiederkäuern. Eine Kuh etwa stößt durchschnittlich 500 Gramm Methan am Tag aus.

Forscher tüfteln zwar an Lösungen für dieses spezielle Verdauungsproblem. Sie entwickeln und erproben beispielsweise Futterzusatzstoffe, die die Methanproduktion hemmen sollen. Doch das Klima werden sie damit nicht retten können. Dafür ist das Einsparpotenzial im Bereich der Fütterung, das die Beiräte für Agrar- und Waldpolitik in ihrem Gutachten errechneten, einfach zu gering. Deutlich mehr Einsparungen verspricht eine andere Maßnahme: weniger Rinder, Schweine und Hühner in den Ställen.

Je weniger Nutztiere, desto mehr Vorteile fürs Klima. Weniger Wiederkäuer würden weniger Methan produzieren. Bei weniger Nutztieren insgesamt fiele weniger Gülle an und der Bedarf an Futterpflanzen, die unter Einsatz von viel Dünger angebaut werden müssen, ließe nach.

Um die Klima-Ziele von Paris zu erreichen, empfiehlt das Umweltbundesamt „einen schrittweisen, aber konsequenten Abbau“ der Nutztiere. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert, dass die Zahl um die Hälfte reduziert wird. „Entscheidend ist, dass wir die Tierhaltung an die Fläche binden“, sagt BÖLW-Chef Felix Prinz zu Löwenstein. Bauern dürften nur so viele Tiere halten, wie ihre Flächen Gülle vertragen.

Im Bio-Bereich ist die flächengebundene Tierhaltung verpflichtend. Die Öko-Verordnung der Europäischen Union schreibt beispielsweise vor, dass Bauern nicht mehr als zwei Kühe pro Hektar halten dürfen. Die konventionelle Landwirtschaft kennt diese Grenzen nicht. Im Klimaschutzplan gibt es nur eine vage Andeutung, dass die Bundesregierung daran etwas ändern wird. Demnach will sie ihre Fördermaßnahmen stärker darauf ausrichten, „dass die Tierhaltung in den Betrieben in einem Verhältnis von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar“ erfolgt. Ansonsten will sie die Methan-Emissionen mit Hilfe von Technik und Wissenschaft in den Griff bekommen. So bestehe Forschungsbedarf „zur Entwicklung einer klimaverträglichen Tierhaltung, etwa im Bereich der Fütterung, der Züchtung und des betrieblichen Managements“. An die Tiermenge traut sich die Regierung nicht richtig heran. Umso mehr kommt es auf jemand anderen an: den Verbraucher.

Die Deutschen haben einen hohen Fleisch- und Wurstkonsum. Er übersteigt deutlich das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Maß von 600 Gramm pro Woche. Das liegt vor allem an den Männern, die fast doppelt so viel vertilgen. Würden die Verbraucher weniger Fleisch essen, würden sie nicht nur gesünder leben. Sie könnten auch dafür sorgen, dass weniger Kühe, Schweine und Hühner gehalten und geschlachtet werden. Wenn die Verbraucher zusätzlich den Verzehr anderer tierischer Produkte wie Käse, Milch und Quark reduzieren, ließen sich beträchtliche Mengen an Treibhausgasen vermeiden. Forscher gehen von 11 bis 22 Millionen Tonnen aus.

Doch diese Rechnung ist nicht ohne die hiesige Fleischindustrie zu machen. Denn die würde wohl versuchen, Verluste auf dem heimischen Markt durch mehr Exporte auszugleichen. Schon jetzt gehen mehr als 20 Prozent der in Deutschland produzierten Wurst- und Fleischwaren ins Ausland. Allerdings wandern auch große Mengen an Lebensmitteln in die Mülltonne: Einer WWF-Studie zufolge werfen die Deutschen jährlich 18 Millionen Tonnen weg.

Um Verbraucher von weniger Fleischkonsum zu überzeugen, müssen sie über die Folgen ihres Konsums aufgeklärt werden, sagen Wissenschaftler und Politiker. Doch reicht das? Manche Experten würden am liebsten auch an der Preisschraube drehen. Ihnen sind die Lebensmittel zu billig. Die Preise bildeten nicht die Kosten ab, die mit der Produktion der Waren verbunden sind, argumentieren sie und empfehlen eine Klimasteuer. Insbesondere tierische Produkte würden dann spürbar teurer werden.

Mit Emissionen und Kosten hat noch eine andere Idee zu tun, die ebenfalls dem Klimaschutz dienen könnte: Der BÖLW schlägt vor, landwirtschaftliche Betriebe in den Handel mit CO2-Zertifikaten aufzunehmen, denn Böden verfügen über ein riesiges Potenzial, Treibhausgase zu binden. Das gilt besonders für Grünland und für die humusreichen Böden der Bio-Bauern. Bis zu 1000 Kilogramm Kohlendioxid pro Hektar können diese im Erdreich speichern. Auch so könnte die Landwirtschaft zur Rettung des Weltklimas beitragen.



Emissionen aus der Landwirtschaft

- Die beiden größten Emissionsquellen der Landwirtschaft in Deutschland stellen der Einsatz von Stickstoffdüngern und die Haltung von Wiederkäuern dar.

- Die klimaschädlichen Gase, die emittiert werden, sind Lachgas und Methan. Lachgas entsteht beispielsweise bei der chemischen Produktion von Düngemitteln, beim Ausbringen des Düngers und durch mikrobielle Abbauprozesse im Boden. Methan bildet sich insbesondere in den Mägen von Rindern und Milchkühen. Durch Rülpsen stoßen die Tiere das Gas aus.

- Zu stickstoffreichen Düngemitteln zählen auch Gülle und Mist. Bei Lagerung und Ausbringen werden ebenfalls Lachgas und Methan freigesetzt. Das wird dann problematisch, wenn Gülle und Mist falsch gelagert oder zu viel davon ausgebracht wird.

- Hauptquelle für CO2-Emissionen ist der vor allem mit Diesel betriebene Maschinenpark. Daneben können Landnutzungsänderungen zu beträchtlichen CO2-Emissionen führen, wenn etwa Grün- zu Ackerland umgewandelt und damit im Boden gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt wird.


So wirken Lachgas & Co.

Lachgas- und Methanmoleküle reflektieren die Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche und verhindern damit, dass sie ins Weltall entweichen kann. Folglich steigt die Temperatur auf der Erde.


Moorschutz ist Klimaschutz

Moore sind fleißige Klimaschützer. Sie können besonders viel Treibhausgas speichern. Dafür muss man sie heutzutage aber erst renaturieren.

Um neue landwirtschaftliche Flächen zu erschließen, wurden in der Vergangenheit Hunderttausende Hektar Moorlandschaft in Deutschland trockengelegt – und damit Millionen Tonnen klimaschädlicher Emissionen freigesetzt. Weil aber viele gefährdete Arten in den sumpfigen Gebieten leben und geschützt werden müssen, hat bereits vor 20 Jahren ein Umdenken eingesetzt. Es wurden und werden Moore wiedervernässt. Davon profitieren nicht nur bedrohte Pflanzen und Tiere, sondern auch das Klima.

Das Potenzial ist enorm, wie Wissenschaftler im Klimaschutzgutachten vorrechnen: Würde Deutschland 300 000 Hektar Land zurückversumpfen, ließen sich die Emissionen der Bundesrepublik um sieben Millionen Tonnen absenken. Die landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen muss dann allerdings stark reduziert oder sogar ganz aufgegeben werden.

Vernässung ist außerdem nicht ganz billig. Doch Moorschützer haben für das Finanzierungsproblem eine clevere Lösung: den freiwilligen Handel mit Zertifikaten. Die Vernässung des 64 Hektar großen Polder Kieve im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte etwa kostet rund 500 000 Euro. Die Ersparnis an Treibhausgasen, die dafür winkt, liegt bei 14 325 Tonnen. Für jede Tonne gibt es ein Zertifikat, das vor allem Unternehmen erwerben und damit ihre Klimabilanz aufbessern wollen. Ein Zertifikat vom Polder Kieve kostet 35 Euro. Mehr als 12 000 Stück wurden bislang davon verkauft.


Mehr zum Thema

www.bmub.bund.de
Unter „Service (Downloads)“ steht der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung

www.moorland.de, www.moorfutures.de
Hier kann man in Moorschutz investieren

www.umweltrat.de
Gutachten „Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem“ vom Sachverständigenrat für Umweltfragen

www.boelw.de
Stellungnahme des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW zum Entwurf des Klimaschutzplanes 2050. Zu finden unter „Themen/Umwelt und Klima“

www.aid.de
7 Tipps zum Thema „Ernährung und Klimaschutz“. Außerdem sind dort auch Unterrichtsmaterialien zum Thema erhältlich

www.umweltbundesamt.de
Unter „Publikationen“ findet man die Studie „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland 2016“

www.bmel.de
Das Klimagutachten des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz finden Sie unter dem Stichwort „Klimagutachten“

www.boell.de/de/bodenatlas?dimension1=ds_konzernatlas
Bodenatlas (Heinrich Böll Stiftung)<<


(Quelle: schrotundkorn.de)

Montag, 3. April 2017

Pizzawaffeln

Zutaten für ca. 14 Stück (2 - 3 Personen):
- 1 Zwiebel
- 150 g veganer (geriebener) Käse
- 200 g Winzi-Weenies
  (oder andere vegane Wurst)
- 360 g Dinkel-Vollkornmehl (oder nach Wahl)
- 500 ml Wasser
- 40 g Tomatenmark
- 2 EL Hefeflocken
- 2 TL Backpulver
- 1 EL Kichererbsenmehl (geröstet)
- 2 EL Öl
- 2 EL Basilikum
- 2 EL Oregano
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- Salz, Pfeffer, Chilipulver, evtl. Knoblauchgranulat

Zwiebel würfeln, Wurst klein schneiden, den Käse evtl. raspeln / klein schneiden.
Die restlichen Zutaten zu einem Teig vermischen. Zwiebel, Wurst und Käse untermengen.
Den Teig portionsweise in einem (eingefetteten) Waffeleisen goldbraun backen (ein paar Minuten).

Guten Appetit!

Freitag, 31. März 2017

Dankbarkeit - 96


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen, wofür ich dankbar bin / die letzten Wochen war.

Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog (wer die Liste nicht veröffentlichen will, kann auch ganz alleine für sich eine erstellen,
 z. B. regelmäßig in einem schönen Notizbuch).

Bei Karmindra und bei Ramona gibt es auch immer wieder eine Dankbarkeitsliste - schaut doch auch mal bei den beiden vorbei!





Ich bin dankbar...


-...für weitere Frühlingsboten:
die ersten Schmetterlinge und viele Blumen :-)




-...dafür, dass die Temperaturen zwischendurch mal so angenehm waren, dass ich meine Leguanos anziehen konnte (ich freue mich schon darauf, sie wieder jeden Tag zu tragen).



-...dafür, dass wir sehr lecker indisch essen waren.



-...dafür, dass es endlich wieder frischen Spinat für meinen Smoothie zu kaufen gibt (davon brauche ich in Zukunft wahrscheinlich weniger als früher, da ich ja jetzt zusätzlich Sellerie und Gurke für den Smoothie kennen- und lieben gelernt habe :-) ).



-...dafür, dass mir bei einem Spaziergang ein fremdes kleines Kind "einfach so" 
ein Lächeln und ein "Winke-Winke" geschenkt hat



-...dafür, dass es momentan im Bioladen Clementinen zu kaufen gibt.
Normale Orangen sind mir "so zum essen" meistens zu groß (die wandern allermeistens in meinen Smoothie) - Clementinen sind aber so schön klein, die schaffe ich ganz gut (außerdem sind sie lecker) ;-)




-...dafür, dass jetzt wieder die Zeit ist, mit dem Fahrrad nicht nur Einkäufe etc. zu erledigen, sondern auch damit zu trainieren. In der kälteren Jahreszeit mache ich lieber Nordic Walking - aber Radfahren ist mein Lieblingssport, so dass ich mich jedes Mal wieder freue, wenn es wärmer wird.



-...für ein schönes Erlebnis mit mehreren Zitronenfaltern (Frühling! :-) ): Beim Radfahren im Wald flatterten mehrere Falter um mein Fahrrad und auch ganz nah bei mir. Einer hat sich sogar kurz auf meinen Arm gesetzt.



-...für die kleine "Auszeit" mit der neuen "Happy way"




-...für die lieben Nachbarn, die uns immer so freundlich grüßen - mit Worten und / oder Gesten



-...für einen leckeren Ausflug zum "Brezen Kolb"



-...für einen schönen Abend zusammen mit Freunden beim "Tasty leaf
(als Vorspeise gab's für mich leckeren Tempeh mit Zucchini-Nudeln).



-...dafür, dass ich wieder ein Acrylbild fertig habe - für das Bild habe ich diesmal ziemlich lange gebraucht, hat aber trotzdem viel Spaß gemacht:




-...dafür, dass ich es geschafft habe, das Rezept für den Schokokuchen "gesünder" zu gestalten: 
Jetzt ist der Kuchen vollwertiger (da mit Vollkornmehl, statt weißem Mehl), zuckerfrei (da gesüßt mit Dattelsüße = gemahlene Datteln) und sogar fettarm (da mit Apfelmark statt Öl - mit stark entöltem Kakao sogar noch mehr) - aber trotzdem noch genauso lecker (oder vielleicht sogar noch mehr!) :-)



-...für leckeres Sushi beim Restaurant "Osaka"



-...für ein schönes Treffen mit ganz lieben Leuten, die ich schon ein paar Monate nicht mehr gesehen habe :-)



-...für meine neuen CDs (2 Stück in einem Pack - Laufzeit insgesamt wie 1 CD, ca. 78 min.):
"Roots rock rama" von Jai Uttal



Die CDs gibt es erst seit ein paar Wochen (daher bekommt man sie wahrscheinlich momentan aus Amerika günstiger als aus Deutschland, so als kleiner Tipp - nur MP3 kaufen geht aber auch...). 
Ich habe mich total auf die Veröffentlichung gefreut, nachdem ich das Lied "H.A.R.I." gehört habe (könnt ihr hier komplett anhören).
Die Lieder drehen sich alle um Rama, Krishna (z. B. mehrere Versionen des Maha-Mantras), Radha, aber auch über Shiva gibt es ein Lied.
Die erste CD "Rama Sun" ist beschwingter (dort ist auch das Lied "H.A.R.I." drauf), macht gute Laune, Lust zum mitsingen und tanzen. Die zweite CD "Rama Moon" ist entspannter, aber deshalb nicht weniger schön (auch super für ein langsames Tänzchen, wie es mein Veggie spontan mit mir gemacht hat ;-) ).
Auf Soundcloud könnt ihr mal in das gesamte Album reinhören (wenn ihr zufällig "Go+" habt, dann sogar komplett).



-...dafür, dass ich zufällig beim Radfahren einen sehr sehr schönen Platz entdeckt habe.
Und zwar deswegen, weil ich mir momentan für's Radtraining eine Strecke suche, die so viel wie möglich durch den Wald / durch die Natur führt - meine "alte" Trainingsstrecke verlief eher an stärker befahrenen Straßen entlang. Mit mehr Natur ist es doch gleich viel schöner und auch gesünder :-).




Montag, 27. März 2017

Erdnuss-Tempeh

Zutaten für 2 Personen (ca. 8 - 10 St.):
- 200 g Tempeh
- 100 - 120 g geröstete (u. gesalzene) Erdnüsse
- 4 EL Kichererbsenmehl (geröstet)
- Mehl









Den Tempeh in ca. 1 - 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Erdnüsse in einer Küchenmaschine zerkleinern. Die Tempehscheiben rundherum dünn mit Mehl bestäuben.
Das Kichererbsenmehl mit 6 EL Wasser verrühren, den Tempeh darin und anschließend in den gehackten Erdnüssen wenden. In einer Pfanne (evtl. mit etwas Öl) leicht goldbraun braten.

Guten Appetit!

Freitag, 24. März 2017

Glücklich shoppen?

>>Wir lieben Shoppen. Und auch das schlechte Gewissen kann uns manchmal nicht davon abhalten. Wir erklären, warum das so ist. Und wie es vielleicht mal anders geht.




Manchmal ist es toll, ein bisschen unvernünftig zu sein: Da wollte man nur auf dem Amt den Pass erneuern und plötzlich setzt man beim Optiker gegenüber eine teure Sonnenbrille auf. Oder man steht im schwedischen Möbelhaus in der Küchenabteilung, wo man gar nichts suchte – aber dieses große Schneidebrett aus Akazienholz ist doch schön.

Kaufen bereitet uns nun mal Freude: Spontanes Konsumieren macht uns nachweislich zufriedener, besonders, wenn wir nichts Lebensnotwendiges besorgen. Forscher des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften haben dazu eine Befragung von 12 000 Menschen ausgewertet: Wenn wir Geld für Freizeitvergnügen, Einrichtung und andere schöne Dinge ausgeben, sind wir zufriedener als jene, die mit ihrem geringeren Einkommen hauptsächlich Grundbedürfnisse wie Wohnen und Essen bezahlen müssen. Menschen, die sich freiwillig selbst beschränken, seien jedoch genauso glücklich.

Solche Bescheidenheit wäre sinnvoll: Denn wir verbrauchen Ressourcen, als hätten wir eine zweite Erde, und überziehen das globale Rohstoffkonto jedes Jahr ein bisschen mehr. Deshalb ist für die Umwelt und alle Erdenbewohner das beste Ding eines, das eben gar nicht erst hergestellt wird. Doch leider fällt uns der Verzicht meist schwerer als der Griff ins Regal.

Auch Nunu Kaller lebte als Mitarbeiterin einer Umwelt-Organisation eigentlich ökologisch bewusst: In Wien fuhr sie fast nur mit dem Fahrrad und ernährte sich von Bio-Lebensmitteln. Doch für neue Kleidung gab sie noch bis vor vier Jahren mehrmals pro Monat Geld bei Modeketten aus, die „Fast Fashion“-Kollektionen herausbringen. Ein Trend folgt dort so schnell auf den nächsten, dass fast durchgehend „Sale“-Schilder an den Kleiderstangen klemmen. Sie aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn, lassen uns denken: „Das will ich haben.“

Nunu Kaller hörte öfter als ihr lieb war auf diese innere Stimme. „Wenn ich einen guten Tag bei der Arbeit hatte, kaufte ich zur Belohnung. Nach einem schlechten Tag, um mich zu trösten“, erinnert sie sich. Hinterher kam oft das schlechte Gewissen, das Experten auch als „buyers remorse“ bezeichnen. Denn die heutige Mode-Bloggerin kannte die vielen Argumente gegen solche Trostkäufe, die meist eine ökologisch und sozial haarsträubende Bilanz haben.

Warum konsumieren wir so gern, obwohl die Vernunft uns abrät? Vielleicht, weil wir nicht bekommen, was wir eigentlich brauchen? „Glückliche Menschen kaufen nicht“, sagt der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther in einem Interview mit der Zeitschrift Wirtschaftswoche. Beim Shopping würden wir tief verwurzelte Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Anerkennung ersatzweise mit Dingen befriedigen. „Man kauft ein neues Paar Schuhe und sofort wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert“, sagt Hüther.

Wie sehr wir im Laden von Emotionen geleitet werden, wollen wir meist nicht wahrhaben. „Wir glauben immer, wir hätten den Steuerknüppel fest im Griff, aber das stimmt nicht“, bestätigt der Neuromarketing-Experte Hans-Georg Häusel: „Siebzig Prozent des Kaufverhaltens sind unbewusst.“

Der promovierte Psychologe hilft Unternehmen mit Methoden der Hirnforschung bei der Vermarktung ihrer Produkte. In seinem Buch „Brain View“ kreist er unbewusste Motive unseres Kaufverhaltens ein: Das Balance-System in unserem Gehirn etwa strebt nach Stabilität und Sicherheit. Es bringt uns dazu, Gefahren zu meiden und stattdessen Ordnung und Routine zu etablieren. Darum drängt es uns zuweilen zum Langweiler-Leben: Vermeide jede Gefahr, streng dich bitte nicht an.

Ebenfalls im Sicherheitsbereich verankert ist unser Bedürfnis, soziale Bindungen einzugehen – damit lassen sich gesellige Produkte wie Zigaretten oder Alkohol gut verkaufen. Auch das Fürsorge-Motiv lässt uns mehr ausgeben, als wir geplant haben: Für die Versorgung ihrer Haustiere bezahlen die Deutschen beispielsweise rund neun Milliarden Euro im Jahr. Und wer immer das Smartphone mit dem besten Bildschirm haben muss, wird vermutlich vom Stimulanz-System im Gehirn geleitet, das uns neugierig macht.

Etwa zur Hälfte sind solche Grundmotive von Geburt an festgelegt – man sei dem aber nicht hilflos ausgeliefert, beruhigt Häusel. Wenn man sich manche Muster bewusst mache und nicht hungrig und gestresst einkaufen gehe, könne man das eigene Verhalten besser steuern. „Aber solche Impulskontrolle ist natürlich anstrengend fürs Gehirn.“

Wenn die eigene Impulskontrolle nicht nur gelegentlich, sondern gleich bei jeder Verlockung ausfällt, könnte man sogar schon kaufsuchtgefährdet sein. Etwa acht Prozent der Deutschen – besonders junge Menschen – zeigen ein krankhaftes Kaufverhalten. Sie leben stark in der Gegenwart und sind relativ gleichgültig gegenüber Geld: Obwohl sie sich nach jedem Kaufrausch schämen, hält sie das beim nächsten Schlussverkauf nicht davon ab, preisreduzierte Sneakers in drei verschiedenen Farben zu kaufen oder ihren Eltern spontan einen neuen Flachbildfernseher zu schenken.

In Gruppentherapien versuchten Psychologen der Universität Erlangen mit Erfolg, diesen Patienten ihre krankhaften Shopping-Gewohnheiten klarzumachen und neue Verhaltensmuster mit ihnen zu entwickeln. Hilfreich sind konsumfreie Beschäftigungen, die ebenfalls Befriedigung bringen: „Wir müssten uns für andere Dinge begeistern als bisher“, sagt der Hirnforscher Hüther. „Dann würde das Belohnungssystem mit einer anderen, einer positiven Erfahrung verknüpft.“ Das könnten Unternehmungen sein, die man alleine oder zusammen mit Gleichgesinnten unternimmt, Ausflüge, Spiel und Sport, ein Ehrenamt oder Hobbys wie etwa Chorsingen.

Dass die meisten Menschen emotional auf Konsum gepolt sind, hält der Autor und Blogger Peter Marwitz für ein Ergebnis von aufdringlicher Werbung. „Sie erzeugt eine allgemeine Kaufstimmung und setzt uns ganz bestimmten Rollen- und Menschenbildern aus“, sagt der Betreiber des Blogs konsumpf.de. Marwitz hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing studiert und wurde später immer skeptischer gegenüber den Glücksversprechen der Warenwelt. Die deutsche Volkswirtschaft baue auf unsere Einkaufslust, sagt Marwitz. „Mit dem Argument der Arbeitsplätze wird durch Konsum ein schädliches System aufrecht erhalten.“ Freiwilliger Verzicht sei nicht immer leicht, selbst für ihn: Marwitz kauft nur gebrauchte Kleidung und sein Mobiltelefon ist aus dem Jahr 2007. „Aber für meine Arbeit brauche ich meinen neuen Mac“, sagt er. Mit Moralpredigten bewege man niemandem zum Umdenken, glaubt er. Auf seinem Blog berichtet er stattdessen über sogenannte Adbusting- oder Culturejamming-Aktionen, bei denen ein Werbeslogan kreativ umgedichtet, ein Logo neu gestaltet oder eine typische Marketingversprechung aufs Korn genommen wird.

Ein interessantes Beispiel ist der satirische Online-Shop www.antipreneur.de – mit täuschend echt gefälschten Sinnlos-Produkten. Man könnte gleich die Waldbrand-Tapete, die Nordic-Stalking-Stöcke oder die Konsens-Milch in den Warenkorb legen, wäre nicht gerade Mittagspause: Zwischen 12 und 14 Uhr versperrt ein digitaler Rollladen den Zugang zum Angebot. Eine Schock, wo doch sonst der nächste käufliche Glücksbringer immer nur einen Klick weit entfernt ist.

„Konsum wirkt wie ein Opiat, das einen Kranken über seinen verzweifelten Zustand hinwegtäuscht und zugleich verhindert, dass sich dieser Zustand bessert“, schrieb der Psychologe Wolfgang Schmidbauer schon in den Siebzigern im Buch „Homo Consumens“. Der findige Bastler und Trödelmarkt-Liebhaber schärft nun mit seiner aktuellen „Enzyklopädie der Dummen Dinge“ den Blick für die vermeintlichen Fortschritte unseres Alltags. Darin denkt er sogar über so gebräuchliche Dinge wie den elektrischen Herd kritisch nach. Es sei nämlich ein sinnliches Erlebnis, das Feuer zum Kochen selbst anzufachen.

Er selbst hat eine Zeit lang ein Aussteiger-Leben geführt und dabei gemerkt, wie erfüllend es sein kann, „wenn nichts von selber geht“. Zwar will er uns nicht alle wieder mit offenem Feuer hantieren lassen. Aber als Therapeut regt er dazu an, die eigene Umgebung achtsamer zu betrachten und alte Dinge wertzuschätzen. Es würde nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Psyche guttun. „Die Konsumgesellschaft tendiert sehr dazu, dass man einen bestimmten Standard halten muss“, sagt er. Wer sich davon distanziere, auf Manches verzichte oder Gegenstände repariere, sei viel unabhängiger. „Letztlich gewinnen Sie dadurch Zeit und Energie, die Sie sonst den Produzenten überflüssiger Dinge in den Rachen werfen“, sagt Schmidbauer.

Auch die Bloggerin Nunu Kaller distanzierte sich vom Shopping und fasste am 15. Januar 2012 einen Vorsatz: Ein Jahr lang würde sie keine neue Kleidung kaufen und auf ihrem Blog ichkaufnix.com öffentlich von ihrem Experiment berichten. In diesem Jahr lernte sie nicht nur ihre bestehende Garderobe wieder besser kennen, sondern sogar, selbst Kleidungsstücke zu nähen oder zu stricken. „So ein Paar Socken ist wirklich keine Hexerei“, sagt sie. Heute weiß sie, was einen guten Stoff oder eine saubere Naht ausmacht, die nicht nur ein paar Wäschen hält. „Früher kaufte ich ein schönes T-Shirt gleich in mehreren Farben. Es kostete ja nur ein paar Euro“, erinnert sie sich. Im Secondhand-Laden sind die Preise ähnlich günstig, nur ist die Zweitverwertung von Textilien viel ökologischer.

Kallers bester Tipp sind aber Tauschpartys: „Das ist immer ein großer Spaß.“ Beim Kleidertauschen bekommt sie eine abwechslungsreiche Garderobe, ohne einen Cent auszugeben. „Was ein anderer wegwerfen will, kann ja für dich der größte Schatz sein.“ Inzwischen ist Kaller die österreichische Projektmanagerin der globalen Greenpeace-Kampagne „Detox“ für schadstofffreie Kleidung. Regelmäßig stellt sie im Blog öko-faire Labels vor. Denn Mode macht ihr weiterhin Spaß. Nur überlegt sie heute länger, ob sie ein neues Stück wirklich braucht und wie sie es kombinieren könnte.

Auch das könnte ein Trick sein: Wer über Konsumentscheidungen gründlich nachdenkt, verlängert die Zeit der Vorfreude. Kaller sucht momentan nach einer neuen Jeansjacke: „Meine fällt bald auseinander. Und weil ich weiß, dass ich so eine Jeansjacke sehr viel trage, soll es eine gute sein“, erzählt sie. „Die darf dann auch ein bisschen was kosten.“ Wenn sie endlich ihre neue Jeansjacke findet, wird ihr diese bestimmt lange Freude bereiten.


Klimakiller Konsum

Im Bericht zur Lage der Welt 2010 benennt das Worldwatch Institute den weltweiten Konsum als „Klimakiller Nummer eins“.


Werbung

Wer sich Zeit lässt, das Für und Wider eines Produktes abzuwägen, geht den Versprechen der Werbung weniger auf den Leim.


Krisenfest

Kartoffeln pflanzen, Kleider nähen – der Trend des Selbermachens fördert fast verschüttete Fähigkeiten zutage.


Rücksichtsvoll konsumieren

Die österreichische Initiative „Clean Euro“ hat ein System entwickelt, mit dem man rasch einschätzen kann, wie nachhaltig der eigene Konsum ist. Bei jeder Ausgabe soll man drei Kriterien bewerten: Wurde das Ding nahe, fair und ökologisch hergestellt? Für jedes Ja darf man ein Drittel des Kaufpreises als gut investierte Summe werten. So kann zum Beispiel eine Tasse Kaffee fair und ökologisch sein, wenn der Bio-Kaffee zu einem gerechten Preis vom Bauern abgenommen wurde und ordentlich entlohntes Personal ihn zubereitet und serviert hat. Nur nah ist er nicht. Von drei Euro wären in diesem Fall also zwei Euro „sauber“. Viele Tipps für möglichst rücksichtsvolles Konsumieren bietet die Initiative unter www.cleaneuro.at.


Interview: „Konsumieren macht unkreativ“

Schrot&Korn: In Ihrer „Enzyklopädie der Dummen Dinge“ sezieren Sie die Produkte unseres Alltags in ihre Unzulänglichkeiten. Woher kommt dieses Interesse für den Reißverschluss oder den Duschkopf?

Wolfgang Schmidbauer: Ich habe verstanden, dass man Konsumverhalten mit moralischen Appellen nur schwer verändern kann. Die wecken eher Trotz und bewirken das Gegenteil. Darum habe ich mich diesmal mit Kleinigkeiten beschäftigt, bei denen wir die Wahl haben: Wollen wir einfach weiter alles wegwerfen und neu kaufen? Oder entdecken wir den Spaß, den es macht, etwas zu pflegen und zu reparieren?

S&K: Was passiert mit uns, wenn wir achtsam mit Gegenständen umgehen?

WS: Viele Dinge unserer Konsumgesellschaft nehmen uns Kreativität, rauben uns Beschäftigung und Ablenkung. Es geht ja so schnell, sich durch einen neuen Kauf wieder in einen entspannten Zustand zu versetzen. Aber das klassische Konsumieren ist eine extreme Einschränkung der menschlichen Potenzen. Wer hingegen etwas reparieren oder pflegen kann, hat ein Ding wirklich verstanden. So lernt man neue Fertigkeiten und fühlt sich gut.

S&K: Warum kaufen wir trotzdem so viel?

WS: Der Mensch ist beides: fleißig und faul. Die Konsumwelt zielt vor allem auf das Ruhebedürfnis der Menschen ab. Man soll im Beruf hochspezialisiert Leistung erbringen und es den Rest der Zeit möglichst bequem haben. Aber wir brauchen Bewegung, um gesund zu bleiben.

S&K: Inwiefern schadet uns der Konsum?

WS: Wir können uns nicht mehr außerhalb vom Büro verwirklichen. Gute Technik aktiviert uns und lässt uns kreativ werden. In der Kunst ist das selbstverständlich: Eine automatisch spielende Geige würde man nicht anfassen. Doch ein großer Teil unserer modernen Technik bringt uns nichts mehr bei, wir verstehen sie nicht – was auch demütigend ist. Wenn das Gerät mal versagt, können wir es nur zum Fachmann bringen oder gleich durch ein neues ersetzen.


Mehr zum Thema

‣ www.kaufda.de/info/konsum-in-echtzeit
Die Plattform zeigt eine sekündlich aktualisierte Grafik der bundesweit verbrauchten Konsumgüter.

‣ https://project.yunity.org
Raphael Fellmer, Mitgründer der Plattform „Foodsharing“, hat mit Frau und zwei Kindern fünf Jahre ohne Geld gelebt. Nun startet er ein weiteres großes Projekt, das viele Konsum-Alternativen unter einem Dach vereinen soll.

Fromm, Erich:  Haben oder Sein.
dtv Verlagsgesellschaft, 43. Auflage 2016, 272 Seiten, 9,90 €

Kern, Björn: Das Beste, was wir tun können, ist nichts.
Fischer Taschenbuch, 4. Auflage 2016, 256 Seiten, 9,99 €

Kreiß, Christian: Werbung – nein danke.
Europaverlag, 2016, 352 Seiten, 24,90 €


(Quelle: schrotundkorn.de)

Montag, 20. März 2017

Spinat-Reis-Topf

Zutaten für 2 Personen:
- 200 g Reis (Garzeit 35 min.)*
- 200 g Spinat
- 1 Zwiebel
- 35 g Mandelblättchen
- 30 g getrocknete Aprikosen
- 400 ml Gemüsebrühe
- 1/2 TL Zimt gemahlen
- 1 Prise Kardamom gem.
- 1/2 TL Kurkuma
- Salz, Pfeffer



Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett etwas anrösten.
Zwiebel und Aprikosen würfeln.

In einem Topf die Zwiebelwürfel anbraten. Die Gewürze und den Reis zugeben. Kurz mitbraten.
Mit der Gemüsebrühe ablöschen und abgedeckt 30 min. bei niedriger Hitze kochen.
Aprikosen und Spinat untermischen. Für weitere 5 min. köcheln lassen (evtl. ein wenig Wasser dazu gießen). Die Mandeln ebenfalls untermischen und mit Salz & Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!


*Wenn ihr Reis mit anderer Garzeit benutzen möchtet, einfach die Kochzeit entsprechend anpassen.

Freitag, 17. März 2017

Der Konzernatlas

Die "Heinrich-Böll-Stiftung" hat wieder einen Atlas herausgegeben - diesmal geht es um "Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie"

>>Die Produktion von Lebensmitteln hat nur in seltenen Fällen etwas mit bäuerlicher Landwirtschaft, mit traditionellem Handwerk und einer intakten Natur zu tun. Sie ist heute weltweit vor allem ein einträgliches Geschäft von wenigen großen Konzernen, die sich die Felder und Märkte untereinander aufteilen. Und der Trend zur Machtkonzentration geht weiter. Übernahmen wie die von Monsanto durch Bayer oder die Aufteilung der Märkte von Kaisers/Tengelmann zwischen Rewe und Edeka sind nur die Spitze eines Eisberges, zu dem eine problematische Marktmacht und großer politischer Einfluss gehören. Außerdem ist die industrielle Landwirtschaft weltweit für gravierende Klima- und Umweltprobleme verantwortlich.<<

(Quelle: boell.de)

(Quelle: boell.de)

(Quelle: boell.de)

Der Atlas ist sehr interessant und spannend - unbedingt lesen!

Entweder hier: boell.de

Oder über mein Verzeichnis - siehe rechte Seite
(dort können auch die Atlanten der letzten Jahre aufgerufen werden).


Montag, 13. März 2017

Nudeln mit scharfer Tofu-Sahne-Soße

Zutaten für 2 Personen:
- 300 g Nudeln
- 150 g Räuchertofu
- 1 Zwiebel
- 1 TL Ajvar (mehr, wer es noch
   schärfer möchte)
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 1/4 TL geräuchertes Paprikapulver
- 200 ml Reissahne
- 1 EL Petersilie
- Salz, Pfeffer



Nudeln nach Packungsanleitung kochen.
Räuchertofu und Zwiebel würfeln.
Den Tofu in einer Pfanne scharf anbraten, danach die Zwiebel dazu geben und mitbraten.
Ajvar und die beiden Paprikapulver unterrühren, kurz anschwitzen lassen. Mit Reissahne ablöschen und bei mittlerer Hitze ein wenig einköcheln lassen. Mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!

Freitag, 10. März 2017

Vegan unterwegs

Nicht nur in Nürnberg kann man lecker indisch essen gehen, sondern auch in Erlangen...

Und zwar beim "Restaurant Boliwood"




Gemütlich eingerichtet und eine angenehme Atmosphäre, mit schönen Bildern an den Wänden und verschiedenen Götterstatuen - was mich besonders freut: eine sehr große Statue von Krishna steht dort auch :-))))))


Am Anfang gibt es aufs Haus Linsen-Fladen (Papadams) mit verschiedenen Dips - der dunkle von den dreien ist vegan (ein Dip mit Tamarinde), die anderen beiden leider nicht.


Mein Veggie hatte an dem Tag richtig Hunger ;-), deshalb gab es eine vegane Vorspeisenplatte für 2 (wirklich gut und zum Glück nicht so fettig wie manch andere frittierte Speise - für uns trotzdem eine eher seltene Ausnahme, weil wir ja mittlerweile etwas fettärmer essen).


Die Hauptgerichte können in verschiedenen Schärfegraden bestellt werden und sind sehr sehr lecker (zumindest schon mal was wir probiert konnten ;-) )!
Esst ihr gern scharf? Dann ist das genau das Richtige für euch - die erste Stufe "Pikant" wurde uns als "über deutsche Schärfe" erklärt (was sie dann auch definitiv war ;-) ). Aber auch wenn ihr Schärfe nicht so mögt, könnt ihr dort essen, da das Essen auch nur leicht scharf bestellt werden kann.

Auf der Speisekarte sind sehr schön alle Gerichte markiert, die vegan bestellt werden können (und das sind nicht wenig!). Bei Fragen dazu hilft euch die sehr freundliche Bedienung auch gerne weiter.


Jetzt habt ihr bestimmt Hunger bekommen - dann nichts wie auf nach Erlangen ;-):

Gerberei 8
91054 Erlangen
(super Parkmöglichkeiten beim Großparkplatz in der Parkplatzstraße)


Kostenlose Homepage