Freitag, 21. August 2015

Als Vegetarier / Veganer ist man rank und schlank....

Heute möchte ich einmal auf das Vorurteil eingehen, dass man als Vegetarier / Veganer automatisch abnimmt bzw. immer schlank ist.

Dazu fange ich mit meiner Geschichte an:
Ich habe nie Diät gemacht oder sonst irgendwie großartig versucht abzunehmen, außerdem war ich eher faul und habe nicht wirklich Sport getrieben.

Ganz früher war meine Kleidergröße um 2 Nummern größer als jetzt, in meiner Ausbildung habe ich 1 Größe abgenommen (mehr Bewegung) - so hat mich dann auch mein Veggie kennen gelernt.

Irgendwann kam mein Veggie mit "Wii fit" nach Hause. Ich habe gerne damit gespielt. Das Board hat mir nicht nur gezeigt, dass ich zu viel wiege, sondern ich habe auch endlich gemerkt, dass ich mich eigentlich mit diesem Gewicht schon lange nicht mehr wohl fühle in meiner Haut. Außerdem hat es mir Lust auf mehr Bewegung gemacht.
Was ich dann auch in Angriff genommen habe - ich habe begonnen, sehr viel Sport zu machen (Rad fahren) und die Ernährung in Richtung weniger Fertigprodukte, weniger Fast food und mehr selber kochen ausgerichtet.
Dadurch habe ich 13 Kilo abgenommen - 1 Kleidergröße weniger.
Dieses Gewicht konnte ich +/- 1 - 2 kg ganz gut halten - mein Veggie und ich haben immer wieder unsere Ernährung "verbessert", noch weiter weg von den Fertigprodukten und "Pulvertüten", hin zu (fast) komplett selber kochen, außerdem waren wir weiterhin sportlich unterwegs.

Irgendwann wurde ich Vegetarierin, danach Veganerin. Mein Gewicht schwankt mittlerweile schon seit vielen Jahren immer noch 1 - 2 kg über dem Gewicht, das ich hatte, als ich damals abgenommen habe.

Was lernen wir daraus? Ich habe 13 kg (und davor auch noch mehr) als Fleischesser abgenommen, mit Verbesserung der Ernährung und sehr viel Sport - als Vegetarier und Veganer habe ich nichts abgenommen.
Warum ist das so?
1. Ab einem gewissen Punkt ist es nicht mehr so leicht abzunehmen - der Körper möchte gerne sein persönliches Idealgewicht halten und pendelt sich darauf ein.
2. Ich mache zwar viel Sport (den ich mittlerweile liebe), ich denke aber nicht mehr so viel, wie zur Zeit des Abnehmens (daran möchte ich aber auf jeden Fall noch arbeiten).
3. Veganes Essen ist einfach zu gut ;-). Gerade zum Anfang der Vegetarier- / Veganerzeit probiert man sehr viele neue Dinge aus (was ich auch immer noch gerne tue). Ich esse wirklich sehr gerne vegan und schlemme auch mal (ich gönne mir auch hin und wieder einen Kuchen / ein Eis, aber wenn's hochkommt vielleicht 1x im Monat und das ist dann schon wirklich viel, öfter habe ich einfach keine Lust darauf - vielleicht liegt's ja am grünen Smoothie) - vegan ist eben kein Verzicht, sondern eine Bereicherung.

Wieso nehmen also manche ab und manche nicht (und vielleicht noch zu),
wenn sie Vegetarier / Veganer werden?

-> Mein Veggie und ich haben ja als Fleischesser schon stetig unsere Ernährung verbessert,
     viele frische Lebensmittel gekauft und damit selbst gekocht, außerdem viel Sport getrieben.
     Das ist jetzt immer noch so - wir kaufen trotzdem auch mal Fertigsoßen, -Dressings,
     Würstchen, Schnitzel etc., aber insgesamt gesehen macht das nur einen kleinen Teil aus.
 
     => Wer also seine Koch- und Lebensgewohnheiten soweit nicht viel verändert, wird auch nichts
           oder nicht viel abnehmen.

           Das gilt auch in die andere Richtung, wenn man vorher eine sehr ungesunde und
           fleischhaltige Ernährung hatte und als Veggie statt Fleisch eben nur Fleischersatzprodukte
           (Schnitzel, Burger usw.), Veggie-Wurst, evtl. statt Kuhmilch-Käse Veggie-Käse etc.
           konsumiert.
           Wenn man also weiterhin viel gebackenes, frittiertes, haufenweise Süßigkeiten, Kuchen
           und zuckerhaltige Getränke zu sich nimmt, wird sich nicht viel ändern.
           = Pudding-Vegetarier (-> alles andere als gesund!!)

-> Vegetarier machen oft den Fehler, das Fleisch zwar wegzulassen, aber dafür mehr Milch und
     Milchprodukte (vor allem Käse) zu konsumieren.
     => Also viele Kalorien und Fett, außerdem:


       (Wenn du Kuhmilch trinkst, konsumierst du eine Substanz, die dafür gemacht worden ist, 
        dass jemand über 500 Pfund pro Jahr zulegt)

                     Mit einem hohen Konsum davon wird es also schwer mit dem abnehmen.


Wie klappt es also?
-> ohne Veränderung der Ernährung und vorher kein / kaum Sport => nachher viel Sport
-> Veränderung der Ernährung ins positive (vorher ungesund => nachher gesund mit viel 
     frischem Obst & Gemüse)
-> Veränderung der Ernährung ins positive + viel Sport


Ich hoffe, ich konnte damit dem einen oder anderen helfen - sollten noch Fragen bestehen, oder ihr erzählen möchtet, wie es bei euch war / ist -> schreibt mir ruhig einen Kommentar / eine Mail!


Ich bin glücklich über jeden, der Vegetarier oder Veganer wird, egal aus welchen Beweggründen, aber bitte: Werdet eurer Gesundheit zuliebe bitte kein Pudding-Vegetarier!


Kommentare:

  1. Hallo ;-)

    Toller Post!

    Ich stimme Dir auf jeden Fall zu. Ich habe damals auch den Fehler gemacht und mich auf Milchprodukte gestürzt, als ich das Fleisch weg ließ. Großer Fehler!
    Ich habe mit meinem Übergewicht schon seit meiner Geburt zu kämpfen und hatte es auch als Veganer nicht geschafft abzunehmen. Ich war auch in ärztlicher Behandlung, aber sie konnten auch nichts finden. Erst vor kurzem habe ich einen Durchbruch erzielt. Das erste Mal habe ich „gesund“ abgenommen, ohne zu hungern, übermäßig viel Sport zu treiben oder mir irgendwelche Pillen reinzuziehen. Es fing damit an, dass ich mir das Buch: Die High-Carb-Diät gekauft hatte. Die Pfunde purzeln langsam, aber erstmals bewegt sich überhaupt was. Ich liebe dieses Buch und ich merkte schnell, dass sich durch diese Art der Ernährung auch mein Geist verändert. Ich fühle mich plötzlich noch mehr mit der Natur/Göttin verbunden, als die Jahre zuvor.
    Ich habe eine ähnliche Vergangenheit wie Du, was Ernährung angeht. Ich habe schon mit 20 Jahren angefangen Dosennahrung zu vermeiden und habe mich Jahr für Jahr immer mehr mit Ernährung beschäftigt und immer wieder mein Essverhalten optimiert. Jetzt scheine ich endlich am Ziel zu sein. Ich bin glücklich und sehr zufrieden damit.

    Was ich auch sehr faszinierend fand, ich konnte manchmal noch so wenig essen, es passierte nichts. Im Nachhinein.....wenn man ständig Dressings macht mit Öl, ja auch kein Wunder. Ich habe festgestellt, das Öle gar nicht gut sind für mich. (Raffinierte wohl gemerkt)

    Hier wird jeden Tag frisch gekocht und das seid Jahren. Und jetzt ohne Fett. Klappt auch wunderbar. Hätte ich früher nicht für möglich gehalten.

    Liebe Grüße
    Mel

    p.s.: Das Buch ist ein Einstieg in eine Kohlenhydrat reiche und Fett arme Ernährung. Sie ist vegan und vollwertig.

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    1. Freut mich, dass dir der Post zusagt :-).

      Und vielen vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!
      Ich freue mich wirklich sehr für dich, dass du DEINE Ernährungsform gefunden hast - klingt wirklich toll (und faszinierend)! :-)

      Nicht ganz so wie du, aber so ähnlich mache ich es, glaube ich, auch schon: Neben viel Gemüse und Obst - viel Vollkorn, wenig Weißmehl, nach Möglichkeit jede Woche Vollkornnudeln, Naturreis, Kartoffeln. Zur Ergänzung Hülsenfrüchte, Tofu, Seitan etc. (Proteine) und nicht viel Fett. Außerdem bin ich momentan dabei den Zucker noch weiter zu reduzieren - ich esse ja kaum Süßes, aber wenn man darauf achtet, merkt man erst mal, wo überall Zucker drin ist (deftige Aufstriche, Soßen...) ... dabei geht's dann automatisch in Richtung noch weniger verarbeitete Lebensmittel :-).

      Ich bin auch wirklich glücklich so, wie weit ich mittlerweile meine Ernährung verbessert habe - wenn ich da an früher denke... verschiedene Welten! :-D

      Lass dich von nichts und niemanden aufhalten und mach weiter so mit dem, was dir gut tut :-)

      Liebe Grüße

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    2. Oh ja, wenn man erstmal auf die Zutatenliste schaut.....
      Ich habe noch vor zwei Monaten ständig die Aufstriche von Alnatura und andere Gläschen gekauft. Da ist richtig viel Öl drin. Normaler Haushaltszucker wird hier gar nicht mehr benutzt und auch nur wenig Salz. Ich habe auch Unmengen an Salz verbraucht. Ich habe letztens Kartoffelpüree gemacht und statt den Salzstreuer darin zu verlieren, habe ich eine Knoblauchzehe gepresst und die untergemischt. Schmeckte göttlich. Mal eine Prise Salz ist ja nicht schlecht, aber ich habe einfach zu viel davon verbraucht. Meine Geschmacksnerven sind schon entwöhnt, denn wenn ich jetzt etwas Esse wo Salz drin ist, schmecke ich das viel intensiver.

      Ja, es geht immer darum so gut wie keine weiterverarbeiteten Lebensmittel zu verwenden, damit man einfach alles besser unter Kontrolle hat.

      Naschkram gibt’s hier auch sehr selten. Wenn es warm ist, dann mache ich manchmal Nanaeis ;-)

      Ich freue mich auch für Dich sehr, dass Du Deinen Weg gefunden hast.

      Alles Liebe

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    3. Ja, mit Aufstrichen ist es oft schwierig - entweder ist Zucker drin, oder zu viel Öl, zu viel Hefe....

      Salz versuche ich auch nicht so viel zu benutzen - meistens nehme ich Kräutersalz, davon braucht man nicht so viel und es schmeckt gleich nochmal viel besser :-)

      Nanaeis kenne ich noch gar nicht lange und find's auch toll :-).

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